Some Lyrics from Donata Raphaella Gudow

 Abdruck oder Kopie, auch auszugsweise nur mit Genehmigung der Autorin; all rights reserved 2016.

 

Verlassene Träume

In einer schwül-stickigen Juli-Nacht stiegen

Mitten über dem still stehenden Fluss

Glasklare Kugeln auf.

Fast unsichtbar, ohne Glanz und Schimmer,

farblos, lichtlos, lautlos.

Still und schwerelos.

Nur eben die Konturen derselben

Schemenhaft sichtbar.

So entstiegen sie den Tiefen

Und stiegen auf in das Unbekannte.

Leer und leicht.

Sich selbst genug.

Traumlos.

Verlassene Träume.

 

 

Sturm

Entwurzelung. Aufgerissene Erde, blutende Bäume.

Schatten stürmen die Himmel.

Wolkentürme werden, wachsen und vergehen im rasenden Takt.

Herzen verlangsamen und beschleunigen sich im Rhythmus des Sturmes,

verfangen sich im tosenden Dunkel.

Finsternis und Brausen umschlingen die Welt.

Tanz des Himmels.

Singender Wind gebärt lichte Streifen

Die tief zerschneiden das finstre Gewölk.

Dunkelheit bricht auf.

Licht strömt hervor

Und verbirgt die Himmelsklüfte.

Herzschlag und Himmelsgründe verschwinden im unbewussten Nebel der Nebensächlichkeit.

Die Blicke wandern zurück auf den Boden und dumpf hallt lebloser Tritt

irdisch menschlichen Seins.

Der Sturm verklingt

entflieht der Welt

Und schweigt.

 

Pappeln im Wind

Klein- Zweibein im Maschinenlärm

Schweig still -

Dein Geist wirkt nicht im All

Es dreht wie es will.

Die Welt ist aus den Fugen,

Kampf-Geist, nur Kampf ohne Geist.

Die Zeit tobt In wilden Böen

fegt die letzten Blätter

Zärtlichen Seins hinfort.

Das Stampfen der Menschmaschine durchdringt

jedes Schlupfloch.

Jede Stille verstummt

im rasenden Bottich des Lärms.

Menschmaschine: schweig ! still !

Hör auf die Pappeln im Wind

den schwarz- braunen Käfer

Krabbelnd im Gras

Kein Maschinenlärm stoppt sein zartes Gebein

& ihr zappelndes Rauschen

Über die Welt

durch das All.

Schweig still

Menschmaschine.

Hör die Pappeln im Wind.